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Jeder, der in einem Netzwerk kommunizieren möchte, benötigt dazu eine IP-Adresse. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich nur zwei oder mehr PC's in einem Heim- oder Firmen-Netzwerk unterhalten wollen oder ob die Kommunikation ins Internet geht.
IP-Adressen können einem einzelnen PC zugeordnet sein, aber auch einer Gruppe von PC's. Ohne eine IP-Adresse wäre kein eMail-Verkehr, kein Besuch von Internet-Seiten, kein Chat, kein Datenaustausch möglich. Die IP-Adresse ist, wie der Name schon sagt, die ADRESSE/ANSCHRIFT eines anfragenden oder antwortenden Computers.
Damit Anfragen von Computern ins Netzwerk (Internet) tatsächlich eine andere IP-Adresse -nämlich die Zieladresse- erreichen, werden die Anfragen auf eine Route (der Weg, der ja schon da sind) gebracht. Zuständig ist dafür der "Router". Nun weis der heimische DSL-Router allerdings nicht, wo die angefragte Ziel- IP-Adresse zu finden ist, er weis aber, dass es "Kollegen" gibt, die diese IP-Adresse kennen.
So schiebt der heimische DSL-Router die Anfrage einfach zum nächsten, externen Router-Kollegen und der wiederum zum nächsten Router-Kollegen bis sich irgendwann einer der Router meldet und sagt: "Hey, die IP-Adresse der Anfrage liegt bei mir, gebt mir die Anfrage und ich kümmere mich um alles weitere!"
Dieser Vorgang wird auch als "Broadcast" bezeichnet: Eine Anfrage wird ins Netz geschickt und irgendwo meldet sich an irgendeinem Punkt des Netzes ein Router, der die ausgegangene Anfrage der Ziel- IP-Adresse zuordnen kann.
Haben sich also Quell- und Ziel-Router gefunden, kommunizieren sie nur noch direkt miteinander bis der Dialog von einem der beiden wieder abgebrochen wird. Dieser gesamte Vorgang wird bei jeder -neuen- Anfrage (eMail, Webseite) wiederholt.
Über die IP-Adresse ist also jeder PC- (Benutzer) im Netz bekannt, wenn er ins Netz kommuniziert.
Nicht der Herr Mustermann persönlich, aber sein PC.
IP-Adressen bestehen (noch) aus 4 Blöcken á maximal 3 Ziffern, auch als IPv4 (Internet Protokoll Version 4) bezeichnet. Die IP-Adresse Ihres PC's können Sie sich anschauen unter (Beispiel: Windows XP) --> Start --> Netzwerkumgebung --> Netzwerkverbindungen anzeigen --> (mit rechter Maustaste auf "Netzwerk") Status --> Registerkarte "Netzwerkunterstützung" anzeigen.
Alle IP-Adressen, die Sie dort sehen sind Ihre PC-eigenen IP's (beginnend mit 192.168.x.x), nicht jedoch die IP, mit der Sie in ein externes Netzwerk (Internet) kommunizieren. Um diese IP-Adresse zu finden, müssen Sie auf den DSL-Router zugreifen (Standard-Gateway), der die IP von Ihrem Internet- Provider zugewiesen bekommen hat.
Glauben Sie immer noch, dass Sie im Netz anonym sind?
Nun, Sie sind es nicht, jedenfalls nicht auf indirektem Wege. Kein Betreiber einer Webseite weis, das sie von Herrn Mustermann aufgerufen wurde. Wenn Herr Mustermann aber Schei..e baut und damit z.B. gegen Gesetze verstößt, gibt es Möglichkeiten, Herrn Mustermann nachträglich ausfindig zu machen.
Ein Beispiel anhand des Downloads über eine Tauschbörse:
(Dazu muss man noch wissen, dass jeder Datenverkehr im Internet in "LOG-FILES" protokolliert wird)
Herr Mustermann meldet sich bei einer Tauschbörse an. Dazu installiert er die Zugangs-Software (Client) der Tauschbörse auf seinem PC. Damit richtet er zunächst seinen Upload-Bereich (also die Files, die er anderen Tauschern zur Verfügung stellt) ein und surft dann bei den zahlreich angebotenen Files der anderen Tauschern um interessante Dateien zu finden.
Er entdeckt eine Musikdatei und lädt sie auf seinen PC.
Zufällig lädt er die Datei nicht von einem "normalen" Tauscher herunter, sondern bei einem als Tauscher getarnten Musikverlag. Der stellt seine Dateien (Files) über einen Webserver zu Verfügung, der den gesamten Vorgang des Besuchs und Downloads protokolliert.
Im Protokoll wird die anfragende IP-Adresse aufgezeichnet und sogar die PC-Hardware-Adresse (MAC-Adresse) von Herrn Mustermann.
Nun nimmt der Musikverlag die Daten, geht damit zu seiner zuständigen Staatsanwaltschaft und erstattet Anzeige wegen Verbreitung urheberrechtlich geschütztem Material. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt das Recht (und nur DIE), von dem Internet-Provider, bei dem Herr Mustermann als Kunde angemeldet ist, die persönlichen Daten des User, der hinter der protokollierten IP-Adresse steht, mitzuteilen.
Damit ist Herr Mustermann nun namentlich bekannt und alles weitere (Strafanzeige, Unterlassungserklärung, Schadensersatz) nimmt seinen Lauf.
Fazit: Mit der IP-Adresse ist jeder im Netz auffindbar, ohne IP-Adresse gäbe es kein Internet, keine Kommunikation.
Kann die IP-Adresse so manipuliert werden, dass sie nicht mehr zugeordnet werden kann?
Ja, die Möglichkeit gibt es. Über sogenannte "Umwege" im Netz wird versucht die IP-Adresse zu verschleiern, dazu muss der Weg zum Empfänger jedoch sauber konfiguriert sein. Außerdem gibt es spezielle Software, die IP-Adressen "faken" kann, dazu ist aber ein Mindestmass an "Infrastruktur-Kenntnissen" nötig.
Allerdings gibt es auf der "Gegenseite" Möglichkeiten, diese Verschleierungstechniken aufzudecken, so dass sich in den seltesten Fällen die ganze Mühe lohnt.
Zuletzt aktualisiert am 29.03.2010 von ZUDO.
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